Kreative in Bonn: Daniel Höly

Ich finde, das Internet ist eine ziemlich gut Erfindung, ehrlich gesagt kann ich mir schon gar nicht mehr vorstellen, wie man manche Sachen ohne Internet gemacht hat. Wie hat man zum Beispiel Leute mit ähnlichen Interessen gefunden, wenn die so speziell waren, dass es keinen lokalen Verein gab oder so? Man könnte sagen, ich bin ein typischer Digital Native: Ich bin mit Computern und Internet aufgewachsen und schätze es sehr. Zum Beispiel habe ich nur so von Daniel Höly und seinem Magazin SH!FT erfahren. Und dann habe ich auch noch herausgefunden, dass wir beide in Bonn leben – perfekt also für meine Reihe Kreative in Bonn.

daniel höly

Daniel schreibt den Blog JUICED und hat vor kurzem das Printmagazin SH!FT veröffentlicht. In Darmstadt hat er Online-Journalismus studiert und hat sich währenddessen gefragt, ob das Internet Printmedien bald überflüssig macht. In seiner Diplomarbeit kam er zu dem Schluss: Nein, im Gegenteil, es braucht mal ein wirklich gutes Magazin – sowohl inhaltlich als auch haptisch. Nach seinem Studium brachte ihn die Liebe nach Bonn und er arbeitete weiter an einem Konzept für seine Magazin. Nach etwa einem Jahr und viel Arbeit konnte er SH!FT in den Händen halten. Das Besondere daran: Da es über Crowdfunding finanziert wurde, konnte man das Heft nicht im Laden kaufen, sondern bekam es nur als Unterstützer.

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SH!FT ist 170 Seiten stark und behandelt ein wirklich breites Themenfeld. Unter dem Titel „Die unbequeme Wahrheit“ werden alle möglichen Aspekte abgedeckt. So wird in einem Artikel Wahrheit ganz wörtlichen genommen und das Lügen hinterfragt oder es werden in Reportagen Dinge gezeigt, die wir sonst wegignorieren, wie Zwangsprostitution. Interessant ist die Aufteilung der Artikel, es gibt eine unterteilung in Hirn, Herz und Horizont. So sind Diskussionen über aktuelle Themen, Unterhaltung sowie Reportagen abgedeckt.

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Es gibt Artikel über Twitter, WhatsApp und technische Gadgets, die perfekt für die Zielgruppe Digital Natives sind. Allerdings ist das bei weitem nicht alles, auf den 170 Seiten finden sich Kommentare und Artikel die weit darüber hinausgehen. Ethische Fragen, Kunst und Fotoreportagen. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen und aufhören soll, also erspare ich euch weitere Aufzählungen.

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Toll finde ich auch die grafische Umsetzung. Es gibt einen roten Faden, trotzdem bekommt jeder Artikel seinen ganz eigenes Äußeres und das auch noch in knalligen Farben. Auch die Fotos sind toll und oft ganzseitig gezeigt, das macht für mich in einem Printmagazin wirklich einen Mehrwert aus.

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Die Inhalte sind zum Teil auch wieder mit dem Internet verknüpft, durch Links und auch QR-Codes. So bekommt man mit dem Kauf des Magazins sogar noch mehr, als man erst in der Hand hält. Und so kann man in interessante Themen noch ein bisschen tiefer einsteigen. Mein Fazit: Das Magazin ist für alle etwas, die „echten“ Journalismus in ansprechendem Kleid mögen.

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Daniel ist natürlich auch selbst in SH!FT zu finden, da er ja auch Journalist ist. Im Moment kümmert er sich jedoch vor allem darum, die zweite Ausgabe auf den Weg zu bringen. Wie die aussehen wird und wann sie kommt, ist aber noch offen. In Bonn hat er für sich genau die richtige Stadt für sich gefunden. Daniel schätzt das viele Grün und die räumliche Nähe von allem – obwohl Bonn doch gleichzeitig Großstadt ist.

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Nachdem ich euch jetzt so davon vorgeschwärmt habe: Daniel hat noch einige Restexemplare, die ihr jetzt auch nach dem Crowdfunding bekommen könnt. Bis nächsten Samstag, 23. November, könnt ihr für 10 Euro (+ Versand) die erste Ausgabe bekommen. Wie das geht, erklärt Daniel hier.

Übrigens würde ich mich selbst nie als Digital Native bezeichnen, dazu gehe nicht so selbstverständlich mit Technik und Internet um wie es der Begriff suggeriert. Außerdem glaube ich, Print wird es auch weiterhin geben, aber ob sich das gegenseitig ausschließt – ich finde, SH!FT beweist das Gegenteil.

Vielen Dank Daniel für das interessante Treffen!

PS: Nebenbei haben wir bei unserem Treffen auch eine kleine Kooperation geplant. Für den SH!FT-Adventskalender wird jeden Tag ein Exemplar SH!FT verschenkt wurde – an zufällig ausgewählte Menschen, die im Gegenzug eine kleine Anekdote erzählen. Hört mal rein! Die Hefte wurden in Geschenkpapier eingewickelt, das ich extra für Adventskalender entwickelt habe.

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2 Gedanken zu „Kreative in Bonn: Daniel Höly

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